Gelebte Unterwerfung: Ein Autobiografischer Bdsm-Roman

Gelebte Unterwerfung: Ein Autobiografischer Bdsm-Roman

Autor : Siri S
Geschlecht : Bücher, Literatur & Fiktion, Unterhaltungsliteratur,
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Dateigröße : 23.33 MB
Format : PDF, ePub

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Gelebte Unterwerfung: Ein Autobiografischer Bdsm-Roman

Über den Autor und weitere Mitwirkende Siri S, 1969 geboren, hat ihr gesamtes Leben in Berlin verbracht. Dort arbeitete sie als Juwelierin, zunächst als Angestellte, später mit ihrem eigenen kleinen Geschäft.Sie lebte ein normales Familienleben, doch die Familienidylle war trügerisch, in ihr brodelt Unbekanntes, das bei einer verhängnisvollen Affäre aus ihr herausbricht. Erst nach der Trennung von ihrem langjährigen Lebensgefährten entdeckte sie, wer sie wirklich ist und was sie tatsächlich möchte. Ihre Reise ins Innerste beginnt und sie verliert sich darin, in der Hoffnung, sich selbst und ihr Glück zu finden.Sie wird zu einer Berliner Szene-Bekanntheit, engagiert sich in verschiedenen Clubs und Partylocations und betreut Neueinsteiger und junge Frauen als Leiterin des »Subbiekränzchen‘s« und der Bondage-Gruppe »Miss Rope«.Heute lebt sie auf einem Segelboot und bereist die Welt; allerdings gehört BDSM weiterhin zu ihrem Leben.In ihrem ersten Buch hat sie ihre Erlebnisse und Gefühle aus den ersten Jahren ihres BDSM-Lebens niedergeschrieben. Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Aber er ließ nicht locker, ich wurde immer neugieriger, und so ließ ich mich, an einem Abend, an dem ich nichts anderes vorhatte, darauf ein, mich in einem ganz normalen Café mit ihm zu treffen. Ich hatte ein gutes Gefühl, war aber irgendwie auch aufgeregt, neugierig und hungrig auf Neues. Es begann schon am Morgen mit der Rasur, dem Aussuchen der Kleidung und dem Zurechtmachen. Die Vorbereitung ist doch manchmal das Spannendste an einem Treffen. Den ganzen Tag konnte ich mich auf nichts anderes konzentrieren, als daran zu denken, wie er mich wohl finden würde. Es fiel mir auf der Arbeit sehr schwer, bei der Sache zu bleiben. Dann war es endlich so weit, Feierabend. Ich fuhr zum vereinbarten Treffpunkt, und kurz bevor ich aus der S-Bahn stieg, klingelte mein Handy. Er fragte, ob ich denn schon auf dem Weg wäre, da er schon da wäre, was mich stark verwunderte. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er zu spät kam, aber welche Frau ist nicht bei solchen Überraschungen erfreut.Als ich vom Bahnhof herunterkam, sah ich ihn auch schon in dem Straßencafé sitzen, er sah so anders aus als auf seinem Profilbild. Aber das tat er schon auf all den Fotos, die er mir geschickt hatte. Irgendwie konnte man ihn auf keinem einordnen, jedes sah anders aus, als wenn es verschiedene Menschen wären. Und da saß er nun, in einem rosa Hemd, so ganz undomig und grinste mich breit an. Er musterte mich kurz von oben bis unten und begann gleich drauflos zu plaudern. Für ihn wäre es beinahe eine Weltreise gewesen und käme sonst nur selten aus seinem Dorf heraus. Er wäre aber ganz froh, mal in diesen Teil der Stadt zu kommen. Mit seinem Geplauder half er mir bewusst, oder unbewusst, mich zu entspannen und wir lachten bald herzlich und erzählten uns Storys aus unserem Leben. Irgendwann meinte er, dass zu einem guten Rotwein auch eine Käseplatte gehöre, und winkte den Kellner heran. Dieser kam sofort und erklärte sich bereit, uns die gewünschte Platte zu bringen, obwohl sie nicht auf der Karte stand. Es dauerte keine Viertelstunde, da stand er stolz wie Oskar mit einem überdimensionalen Teller, vollgepackt mit allen möglichen Sorten Käse, vor uns. Wir mussten beide schmunzeln, aber das unser lieber Kellner leider keine der Käsesorten mit Namen benennen konnte, verhalf Matthias noch mehr zur Belustigung. Ich lag beinahe auf dem Boden, so viel Dreistigkeit hatte ich noch nicht erlebt, da gab sich dieses arme Kellnerchen so viel Mühe, und er stellte ihn bloß. Kellnerchen lief auch gleich hochrot an, rannte sofort los und kam mit den dazugehörigen Papieren zurück. Aber welches Einwickelpapier gehörte nun zu welchem Käse? Ich musste mich so zusammenreißen, nicht laut loszuprusten, dabei tat mir das Kellnerchen so leid.Irgendwann gab Matthias es auf, den armen Kerl zu quälen, und wir genossen hingebungsvoll den dargereichten Käse und versuchten zu erraten, welche Sorte welcher war. Es war ein rundum traumhafter Abend, und als ich irgendwann auf die Uhr schaute, bekam ich einen riesigen Schreck. Wir wohnten zwar in der Hauptstadt, der sogenannten Weltstadt, aber unter der Woche nachts um halb drei fuhr auch hier keine Bahn mehr. Matthias machte das wenig aus, er bestellte ein Taxi und bot mir an mich mitzunehmen. Ich dachte, nicht richtig gehört zu haben, und ignorierte einfach seinen Vorschlag. Stattdessen schlug ich vor, dass er mich ein Stück mitnehmen könnte. Seine Antwort war:»Dieses Taxi fährt nur zu mir nach Hause, ohne Zwischenstopp, entweder du steigst ein oder du wartest bis fünf Uhr auf die Frühbahn.«Der Kerl hatte doch nicht alle Tassen im Schrank, am ersten Abend mit zu ihm zu kommen, ich brodelte innerlich, kochte und stieg schließlich doch ins Taxi.Während der Fahrt war ich völlig still, kämpfte mit mir. Das konnte doch nicht wahr sein, wieso war ich in dieses Taxi gestiegen? Dieser Mann neben mir war wildfremd, und ich hätte mir ja auch selbst ein Taxi nehmen können, warum aber saß ich neben ihm? Ich traute mich nicht, ihn anzusehen und spürte doch mit jeder Faser meines Körpers seine Anwesenheit. Es knisterte und kribbelte, Hunderte kleine Ameisen liefen über meine Haut. Was hatte dieser Kerl, was mich so unvorsichtig werden ließ? Irgendwann nach gefühlten 1000 Kilometern kamen wir vor seiner Haustür an, Vorort, Vorstadtvilla, Dachgeschoss, wie bei mir zu Hause.

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