Heimsuchung

Heimsuchung

Autor : Oliver Susami
Geschlecht : Bücher, Literatur & Fiktion, Unterhaltungsliteratur,
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Dateigröße : 4.75 MB
Format : PDF, ePub

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Heimsuchung

Ein nächtlicher Schrei, der die Gäste aus ihren Zimmern flüchten lässt … eine Begegnung mit einem längst vergessenen Menschen … das Klopfen und Rütteln an den Türen … ein Videospiel, das seinen eigenen Willen zu besitzen scheint … „Heimsuchung“ erzählt von der Konfrontation eines gewöhnlichen Menschen mit dem Übernatürlichen: Robert Bieler, Mitte dreißig und stolzer Pächter des Hotels „Haupthaus“, erlebt Dinge, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Nur nach und nach begreift Bieler, dass er und seine Lieben sich in höchster Gefahr befinden … und dass er sich nirgendwo wird verstecken können.Nach "S3" und "Vierter Stock Herbsthaus" ist "Heimsuchung" der dritte Roman Oliver Susamis, der auf wahren Ereignissen beruht.____________________Leseproben:Sonntag, 20. November:Ich bin gleichzeitig aufgeregt und benommen, bringe ihren Namen nicht heraus, frage sie lallend und stotternd, wie es ihr geht.„Es geht“, antwortet sie. „Ja, es geht.“ Ihre Stimme ist genau wie damals: leise, unsicher, das Gemurmel eines verschüchterten Mädchens. „Ich … ich habe ein … ein Geschenk für dich, Robert.“Während Monika spricht, sieht sie auf ihre großen, altmodischen Schuhe. Und als ich einen Schritt auf sie zu gehe, tritt sie einen Schritt zurück. Rund drei Meter sind zwischen uns.„Monika, mein Gott, das ist … das ist so lange her. Woher weißt du, dass ich Geburtstag habe?“Bin ich plötzlich nüchtern geworden? Wieso kann ich sprechen? Wieder starrt sie auf ihre Schuhe, auf diese mattschwarzen, formlosen Klumpen. Mehrere Sekunden vergehen.„Das habe ich doch immer gewusst, Robert.“Donnerstag, 15. Dezember:Erdmann lehnt sich noch ein wenig weiter zu mir.„Ich sage Ihnen, was das Wichtigste für Sie ist! Sie haben eine Menge Scheiße erlebt, Bieler, Ihr kleines Mädchen ist gestorben und Ihre Ehe ist vor die Hunde gegangen, dann steckten Sie jahrelang in einem frustrierenden Job fest. Aber Sie haben den Absprung geschafft, haben gekündigt und etwas Neues gewagt. Und das, was Sie jetzt haben, das ist für Sie das große Ding, Ihre verdammte Chance auf ein klein wenig Glück. Und deshalb wollen Sie, dass es einfach wieder weggeht … was immer dieses „es“ auch ist. Sie wollen, dass alles so weitergeht wie bisher … dass Ihr schickes Hotel einigermaßen läuft, dass Geld reinkommt, dass diese stinkigen alten Möbel, die hier überall herumstehen, dass die noch eine Weile halten, dass Sie sich mit Ihrer Freundin und dem Jungen vertragen. Sie wollen, dass einfach alles wieder gut wird. Das ist Ihnen das Wichtigste, Ihr neues Leben, Ihr Hotel, Ihre Chance darauf, auf dem Sterbebett einmal ‚war schon okay‘ zu sagen … Und ich sage Ihnen noch etwas. Es wird nicht einfach wieder weggehen, dazu ist schon viel zu viel passiert."Samstag, 24. Dezember:Durch die Tür das Weinen des völlig verängstigten Kindes und hinter mir das „Machen Sie doch was!“ und „Sie müssen doch …“ der panischen Eltern.„HIER IST JEMAND!“, schreit Mia wieder. Mit sich überschlagender Stimme ruft sie nach ihrer Mama.„GEH WEG!“, brülle ich. „GEH VON DER TÜR WEG, MIA!“Mit meinem ganzen Gewicht werfe ich mich gegen das dicke Holz. Nicht die geringste Wirkung. „HELFEN SIE MIR!“Zu zweit, ich und der Vater, rennen wir gegen die schwere Tür an. Nicht einen beschissenen Millimeter gibt sie nach, eher brechen wir uns die Knochen. Ich dränge die Mutter beiseite, stürze hinaus auf den Flur, reiße einen der großen Feuerlöscher aus seiner Verankerung und renne zurück ins Zimmer.„WEG DA!“, blaffe ich die Mutter an. „MACHEN SIE ENDLICH PLATZ!“______________________________________________Bisherige Veröffentlichungen von Oliver Susami:- S3, Spuk in der Bibliothek- Die Knochenfrau- Vierter Stock Herbsthaus- Nachtangst (zusammen mit Isabell Schmitt-Egner)- Tonicland- Bleib bei uns, denn der Abend kommt- Geschichten aus einer brennenden Geisterbahn- Heimsuchung- Alles über Frau Dohle